Kasseler Medienpädagogik
(bis 2009: Medienpädagogik an der Universität Kassel)
mehr...
   

Uni Kassel     Medienpaed Uni Kassel


 
Projekte  Projekte bis 2009
About us Ehemalige Mitarbeiter
Links  Links
Unbenanntes Dokument
Pilotprojekt „Schul-Internet Medientauschbörse“

Förderung der Medienkompetenz unter den Bedingungen einer zusammenwachsenden Medienwelt.

A). Eine allgemeine Beschreibung und Einordnung des Projektes „Schul-Internet Medientauschbörse“

1. Problemaufriss und Ziele des Projektes
Das Medium Internet bekommt mit stetig steigender Nutzung sowohl im Alltag der Kinder und Jugendlichen als auch in innovativen Schulen einen wesentlichen Stellenwert. Die Nutzungsziele im Alltag und die der Schule unterscheiden sich jedoch, wobei die Alltagsnutzung stark auf die Mediennutzungstradition der Unterhaltung ausgerichtet ist. Ebenso ist für die 12- bis 19Jährigen die Internet-Kommunikation (Email, chat) und die Informationssuche wichtig . Innovative Schulen nutzen dagegen das Internet vor allem als Raum für ihre Schulwebsite. Schulwebsites haben im wesentlichen die Funktion, Schule und Unterrichtsergebnisse im Sinne einer Öffentlichkeitsarbeit darzustellen . Im Unterricht wird das WWW üblicherweise als leicht verfügbares Nachschlagwerk genutzt. Somit unterscheiden sich diese schulischen Funktionen von den Funktionen, die 12- bis 19 Jährige dem Internet zu schreiben.
Bei der sich im Moment abzeichnenden Entwicklung des Internet entwickeln sich neue Funktionen. Dabei steht die Medienkonvergenz, also die Integration unterschiedlicher medialer Darstellungen im Vordergrund. Über das Internet werden Themen und Inhalte verschiedener Medien, vom Fernsehen bis zur Popmusik, miteinander verschmolzen. Die sich abzeichnenden Technologien des Mobiltelefons werden diese Konvergenz weiter fördern. Daneben entstehen geschlossene Internet-Räumen, in denen spezifische Nutzergruppen Dienstleistungen abrufen. Beispiele sind hierfür der Internetkaufmarkt ebay oder die geschlossenen Benutzergruppen der Adult-Branche.

Medienkompetenzförderung
- Da das Internet die Medienkonvergenz vorantreibt, ist eine Medienkompetenzförderung wichtig, bei der dem Internet eine Vermittlungsaufgabe zukommt. Bislang richtet sich Medienkompetenzförderung vor allem auf Einzelmedien wie Fernsehen oder auf die Internetnutzung. Mit der Medienkonvergenz sowohl im Bildungs- wie im Unterhaltungsbereich Erfahrungen zu machen, ist für Kinder und Jugendliche als neuer und wesentlicher Teil ihrer Medienkompetenz wichtig. Die Schulmedientauschbörse hat die Aufgabe, die Medienvorlieben der Kinder bzw. Jugendlichen in der Schule auf einer eigenen Website erkennbar und kommunizierbar zu machen. Dabei lassen sich die Formen des Medienumgangs im Alltag auf und mit Hilfe der Medientauschbörse auch in der Schule erproben. Die Vielfalt der Medien und ihrer Nutzung bündelt sich somit in der Medientauschbörse. Auf diese Weise erleben Kinder und Jugendliche, wie sie die Erfahrungen mit den verschiedenen Medien selber verknüpfen und sie nicht nur passiv die Konvergenz der Medienangebote wiederholen.
- Gleichzeitig brauchen Lehrerinnen und Lehrer ein didaktisches Erfahrungsfeld, um sich mit diesem neuen Aufgaben der Vermittlung von Medienkompetenz in einem konvergenten Medienangebot vertraut zu machen. Darüber hinaus ist es bedeutsam, dass sowohl Kinder und Jugendliche, als auch Lehrerinnen bzw. Lehrer Erfahrungen erwerben, wie denn die neuen Internet-Räume für ihre Kommunikations-, Unterhaltungs- und Bildungsinteressen einsetzbar sind.
- Es werden geschützte Internet-Räume und geschützte Zugänge zum Navigieren im Internet alltagstauglich und in Kooperation mit Schülern erprobt, was an die neuen Aufgaben des Jugendmedienschutz anknüpft. Kinder und Jugendliche sowie deren Lehrer bzw. Lehrerinnen sollen Experten für geschlossene Interneträume werden, denn dann sind auch sie in der Lage, die alterspezifischen und thematischen Schutzräume, die der Jugendmedienschutz anbietet, konstruktiv anzunehmen (Beispiel: Email-Funktion, PINs).

- Wie der Magdeburger Erziehungswissenschaftler Winfried Marotzki herausstellt, ist das Internet ein Kulturraum. Ein wichtiges Merkmals dieses Kulturraums ist, dass er entgegen den bisherigen Bildungs- und Kulturinstitutionen sowohl regional als auch international/ global aufgebaut ist. Die Schulmedientauschbörse beteiligt deshalb deutsche und eine italienische Schule, um erkennbar zu machen, dass diese Beziehung von regionaler Schulkultur und globalem Internet funktioniert. Ziel der ersten Entwicklungsphase der Medientauschbörse ist jedoch nicht, die beteiligten Schule bzw. Schülerinnen und Schüler explizit miteinander zu verknüpfen.
- Wichtig ist die Förderung der im Alltagsleben und außerhalb der Schule entwickelte Medienkompetenz in der Schule (medienspezifische Kompetenzen: z.B. Download aus dem Internet, Sicherung geschützter Internet-Räume; medienbezogener Kommunikationsformen: z.B. Tauschen, Bewerten). Ziel ist eine integrierte und reflektierte Medienkompetenz.
- Motivierte Jugendliche sollen zur Mitarbeit bei der Software-Anpassung, die für die Medientauschbörse notwendig ist, gewonnen werden.

Projektprodukt
Als Projektprodukt entsteht eine Internetplattform für den Alltagsgebrauch in drei Schulen. Diese Internetplattform bietet Schülerinnen und Schülern den Raum, um ihre Medienvorlieben und ihre Medienaneignungsformen in die Schule zu tragen. Die Internetplattform hat die Funktion einer Studienplattform für didaktische Zwecke mit dem Ziel der Medienkompetenzförderung. Die relevanten Tools der Internetplattform Schulmedientauschbörse und Information zu Software-Quellen stehen interessierten Schulen über die Website des Projektes zur Verfügung. Diese Projekt-Website kann bei den am Projekt beteiligten und fördernden Institutionen gespiegelt werden. Der Entwicklungsprozess der Schulmedientauschbörse, an dem Schüler und Lehrer von drei Schulen beteiligt sind, wird auf dieser Website so dokumentiert, dass andere Schulen ebenfalls eine Internetplattform zur Medienkompetenz verwenden können.

Schulpädagogische und didaktische Überlegungen
- In der Kooperation von Schülern, Lehrern und Software-Fachleuten soll die internet-bezogene, die didaktische und die soziale Kompetenz zur Entwicklung einer in das Schulleben integrierten Internet-Nutzung entstehen. Modell dafür ist das Konzept der offenen Schule, bei der die Erfahrungsformen des Alltagslebens in die schulischen Lernformen integriert werden . Ausgangspunkt und Motivationsbasis sind Medienpräferenzen der Schüler sowie die damit verbundenen und für Schüler wichtigen Themen und Kompetenzen des Alltags. Anknüpfend an die Alltagsthemen und die Alltagskompetenz von Schülern soll über die projektbezogene Kooperation von Lehrern und Schülern eine Brücke zwischen Alltagsleben und Schule entstehen. Dabei geht es vor allem darum, die neuen Sozialformen des Alltagslebens wie Fan-Gruppen und speziell Kompetenzen von Schülern z.B. im Sinne von Software-Spezialisten für das schulische Lernen zu erschließen.
- Der vom Nürnberger Medienpädagogen Dieter Spanhel entwickelte Ansatz der integrativen Medienerziehung hat gezeigt, dass die Förderung der Medienkompetenz in einer Schule viel innovative Energie freisetzt. Diese schulinnovative Funktion von Medienkompetenzförderung soll die Projektdokumentation auf der Projektwebsite herausstellen.

Ziele des Projekts
· Ausgangspunkt sind Medienpräferenzen der Schüler, die mit den für Schüler wichtigen Themen und Kompetenzen des Alltags verbunden sind. Anknüpfend an die Alltagsthemen und die Alltagskompetenz von Schülern soll über die projektbezogene Kooperation von Lehrern und Schülern eine Brücke zwischen Alltagsleben und Schule entstehen. Dabei geht es vor allem darum, die neuen Sozialformen des Alltagslebens wie Fan-Gruppen und spezielle Kompetenzen von Schülern z.B. im Sinne von Software-Spezialisten für das schulische Lernen zu erschließen.
· Wichtig ist die Förderung der im Alltagsleben und außerhalb der Schule entwickelten Medienkompetenz im Unterricht (medienspezifische Kompetenzen: z.B. Download aus dem Internet, Sicherung geschützter Internet-Räume; medienbezogene Kommunikationsformen: z.B. Tauschen, Bewerten). Ziel ist eine integrierte und reflektierte Medien- und Genre-Kompetenz.
· Es werden geschützte Internet-Räume und geschützte Zugänge zum Navigieren im Internet alltagstauglich und in Kooperation mit anderen Schülern erprobt (Jugendmedienschutz).
· In der Kooperation von Schülern, Lehrern und Software-Fachleuten soll die Internet bezogene, die didaktische und die soziale Kompetenz zur Entwicklung einer in das Schulleben integrierten Internet-Nutzung entstehen.
· Da die Internetplattform schulspezifisch jeweils in einer der Schulen entwickelt oder angepasst wird, die Internetplattform jedoch auch international verfügbar ist, lässt sich eine praktische europäische Medienpädagogik im Spannungsfeld von Globalisierung und Regionalkultur erproben.
· Im Unterricht entsteht eine Internetplattform als Lernmittel für Schüler und als Erfahrungsfeld für den Selbstschutz bei Interneträumen.

· Der Entwicklungsprozess, an dem Schüler und Lehrer beteiligt sind, wird auf einer Website so dokumentiert, dass andere Schulen ebenfalls eine Internetplattform zur Medienkompetenz aufbauen können.

2. Chancen der Verbindung von Medienerfahrungen und Selbstorganisation in der Schule
Jugendliche machen vorrangig ihre Erfahrungen mit Medien außerhalb der Schule. Das gilt nicht nur für Printmedien und Fernsehen, sondern auch für die elektronischen Medien wie Computer und Internet. Welche Chancen ergeben sich für die Adressatengruppe der Jugendlichen und Kinder sowie für die Lehrer, welche medienpädagogischen Ergebnisse sind zu erwarten?

Schülerinnen und Schüler (Schulart: Primarstufe, Sekundarstufe I, Berufsschule)
· Das Alltagswissen Jugendlicher liefert über Expertengruppen unterstützende Motivation (extrinsische Motivation) für schulisches Lernen. So werden bereits vorhandene Fähigkeiten der Schüler aktiviert, die bisher in der Schule (noch) nicht genutzt wurden. [Wallrabenstein, 1998]
· Expertenwissen aus dem Alltag Jugendlicher liefert intrinsische und sachbezogene Motivation für schulisches Lernen, z.B. Fachvokabular zu erwerben / Recherchestrategien in der Schule zu nutzen.
· Schüler können an der Übergangslinie von Schule und Alltagsleben Erfahrungen mit offenen und geschlossenen Sozialformen wie: Fan-Gruppe, Arbeitsgemeinschaft, Redaktionsteam, virtueller Raum machen.
· Durch ein verändertes Rollenverhalten zwischen Schülern und Lehrern wird die Motivation der Schüler gefördert und die Möglichkeit, die neuen und komplexen Formen des eLearning zu unterstützen.
· Förderung der digitalen Kompetenz und Kenntnisse durch den spielerischen und alltagsbezogenen Umgang mit den Medien.
· Es sind Erfahrungen, wie Schutz und Abgrenzung im Internet zu organisieren ist, möglich.

Lehrerinnen und Lehrer
· Lehrer bekommen Informationen über Vorlieben, Motivation und Expertenwissen ihrer Schüler. Mit diesen Informationen können Lehrer Unterrichtsstoffe auswählen, die auf hohes Interesse bei ihren Schülern stoßen. Das gilt besonders für den muttersprachlichen Unterricht, indem sich Themen für Erörterungen auf Medienerfahrungen und Medien-Expertenwissen beziehen. Vergleiche mit dem traditionellen Literaturkanon und den typischen schulischen Textformen werden möglich.
· Die Individualisierung des Unterrichts kann bei der Interessenvielfalt der Jugendlichen ansetzen.
· Methoden des Wissenserwerbs im Alltag wie Recherchestrategien im Internet, Formen der Präsentation von Alltagswissen werden „anschlussfähig“ für schulische Wissensformen. Das ist insbesondere zur Förderung von Schülern wichtig, die sich gegenüber schulischen Wissensformen und deren Darstellung verschließen. Das gilt auch für die Nutzung von Text- und Lesekompetenz im Alltag, wie sie bei der Nutzung der diskontinuierlichen Text des Internet relevant sind. Gleiches gilt für die medienbezogenen Reflexions- und Erörterungsformen des Alltags.
· Lehrer verändern ihre traditionelle Rolle, in dem sie die Schüler als Experten akzeptieren und ihnen im Bereich der digitalen Kompetenz zielführende Aufgaben übergeben.
· Erprobung neuer Wege der Motivationsförderung durch Integration der Alltagsmedienerfahrung der Schüler, insbesondere bei Schülern, die im traditionellen Unterricht scheitern, aus bildungsfernen Milieus und/oder Schüler mit Intergrationsproblemen / Migrationsproblemen (Sprachproblemen).
Förderung der eigenen Medienkompetenz, insbesondere bei Internet-Lernplattformen.

Chancen für Schule und Medienpädagogik, Ziele
- Nutzung von Alltagsmedienkompetenz als Bildungsressource. Im Moment laufen didaktische Nutzung des Internet und Alltagsmedienkompetenz von einander getrennt, was bis in das Design von didaktischen Internet-Studienplattformen („zum Gähnen langweilig“) reicht.
- Sensibilisieren für Internetsicherheit und Kompetenzförderung bei Schülern und Lehrern bei der Nutzung von Zugangskontrolle zu schulischen Internet-Räumen und für die geschützte Öffnung des Internets mittels Filtersoftware.
- Internationale Kooperation und Erfahrungsaustausch im Rahmen der von Medien und Internet forcierten und getragenen Globalisierung.


B.) Durchführung des Projektes an einer Berufsbildenden Schule in Kassel
1. Besonderheiten dieses Projektes
Aktive Mitarbeit von Studierenden
Hier bestand für Studierende des Lehramtes im Rahmen ihrer schulpraktischen Studien und des MUT-Zertifikates die Möglichkeit aktiv an diesem Projekt teilzunehmen. Dazu gehörte das Vorbereitungsseminar im Sommersemester 2004, die Projektdurchführung und das begleitende Auswertungsseminar im Wintersemester 2004/05. An dem Projekt nahmen insgesamt 9 Studierende teil.
Chancen für Studierende im Rahmen des Projektes
· Einblick in Sonderformen des Unterrichts. (Projektunterricht)
· Erfahrungen mit Schulprojekten zur Förderung der Medienkompetenz.
· Förderung der eignen Medienkompetenz und der Vermittlung dieser Kompetenz.
· Einblick in den Medienalltag der Schülerinnen und Schüler. „Schüler dort abholen wo sie sind.“ [Wallrabenstein, 1998]
· Zulassen und nutzen von Alltagsmedienerfahrungen der Schüler als neues konstruktives Lernelement im Unterricht.

Besondere Schüler
In der Berufsbildenden Schule wurde das Projekt in zwei EIBE-Klasse durchgeführt. EIBE ist ein Programm des Hessischen Kultusministeriums zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit durch Qualifizierung mit Unterstützung des ESF (Europäischer Sozialfonds) zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt. Es handelt sich hierbei um Schüler, die noch der Schulpflicht unterliegen und bisher noch keinen Schulabschluss erworben haben.
Da zu Beginn des Projektes nicht feststand, welche Schüler aus den 5 EIBE Klasse an dem Projekt teilnehmen dürften, machte die Schule den Vorschlag, dass sich alle Schüler, die Interesse an dem Projekt haben, kurz bewerben sollten.
Die Beweggründe für die Teilnahme waren sehr unterschiedlicht, machten aber die Motivation der Schüler sehr deutlich:




Für diese Schüler wurde dann ein erweitertes Konzept berücksichtigt:

Förderung digitaler Kompetenz in einem 3-Schritte Modell
1. Schülerinnen und Schüler bringen ihre bereits im Alltag entwickelte Medienkompetenz konstruktiv in den Unterricht ein und bekommen damit die Gelegenheit sie didaktisch unterstützt weiterzuentwickeln. Ziel dieser didaktisch unterstützten Weiterentwicklung ist ein höheres Reflexions-, Gestaltungs- und Verantwortungsniveau.
2. Dies ist ein viel versprechender Ansatz für den Aufbau digitaler Kompetenzen und Kenntnisse, die für die persönliche und berufliche Entwicklung und für eine aktive Auseinandersetzung in einer informationsorientierten Gesellschaft notwendig sind.
3. Darüber hinaus gilt hierbei der Blick insbesondere Jugendlichen, die aufgrund ihrer sozialen Situation nur schwer Zugang zu herkömmlichen Bildungs- und Berufsbildungsangeboten haben.

2. Projektverlauf
Im Folgenden sollen nun exemplarisch einige Stationen aus dem Projektverlauf dargestellt werden.
Vorrangiges Ziel war hier die Schüler über ihr Alltagswissen für schulisches Lernen zu motivieren (extrinsische Motivation). So sollten hier bereits vorhandene Fähigkeiten der Schüler aktiviert werden, die bisher in der Schule (noch) nicht genutzt wurden. Daher war nach einer kurzen, vom Lehrerteam geleiteten, Phase das vorrangige Ziel, die Schüler zu motivieren in Expertengruppen an eigenen Themen zu arbeiten. Die unterschiedlichen Gruppen wurden dann durch das Lehrerteam begleitet und unterstützt.
In dieser Phase wurden vielfältige Interessen der Schüler sichtbar:

Klingeltöne
Online-Spiele
Autos
Witzige Seiten
Musik
Stars
Offline-Spiele
   
Es bildeten sich im Verlauf des Projektes unterschiedliche Expertengruppen zu folgenden Themen:
Disco, Stars und Musik
Film-DVD-Kino
E-Mail-Chat
PC-Spiele-Gruppe
Tiere
Chat und Internet
Musik
Spiel und Spaß
3. Besondere Beobachtungen
Viele Schüler haben im Rahmen des Projektes sehr aktiv und mit großer Motivation gearbeitet. Es ist ihnen gelungen ihr Expertenwissen aus dem Alltag mit in die Schule zu bringen und dort in einen Bildungszusammenhang zu bringen.
Hier soll nur eine kleine Auswahl vorgestellt werden:

Biografie von Gökhan Özen:
Zur Verfasserin:

Die Schülerin, die diese Biografie verfasst hat ist türkischer Herkunft. Sie hat deutlich Schwierigkeiten, sowohl bei der Aussprache als auch bei der schriftlichen Produktion der deutschen Sprache.
In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich sehr häufig mit dem Sänger „Gökhan Özen“, den sie als ihren „Schatzi“ bezeichnet. Im Rahmen des Projektes gelingt es ihr nicht nur eine ausführliche Biografie über ihn aus dem Türkischen in die Deutsche Sprache zu übersetzen, sondern sich auch gekonnte auf der Website des Sängers nach Informationen zu suchen.

„Biografie
Als ich am 29.november 1979 morgens auf die Welt kam und meine Augen öffnete war ich vielleicht geboren um Musik zu machen..... Wer hätte gedacht das ich eines Tages mein Heimat Stadt Ankara verlasse und wegen mein Traum (Musik) nach Istanbul komme....... Ich weis nicht weshalb aber ich hatte so ein schlechtes Gefühl als ich das erste mal in den Bus stieg und wir los fuhren vielleicht war es wegen dem was ich hinter mir lies und die Gedanken das ich allein in einem für mich für mich Fremden Stadt bleiben werde..... Waren das die Rache tränen für Erlebnisse vor meinen Augen fielen, oder waren dass die Freuden tränen die drauf hin deuteten das ich später erfolg haben werde.... Aber egal, ich glaube dass es jetzt zu Gefühls voll war. Es ist schon lange Vergangenheit, am ende sollte es wohl so sein, aber als das Stift im Hand hielt konnte ich wieder nicht aufhören zu schreiben. Ich wollte es nicht das es was gewöhnliches wird. Wie bei mein Liedern wollte ich auch bei meiner Biografie mein Herz auschütten also sollte es was besonderes sein.......

Was ich seit meiner Geburt gemacht habe:
1986-1996: Grund- Förder und Sekundarstufe Ankara
1986-1988: Ankara“ Ballet und Gesang“ Kinderchor (Musik unterricht)
1988-1993: T.R.T Ankara T.S.M. Kinderchor: Sehr geehrte Radio Sänger und Lehrer die seit 6 Jahren weitergehende Ausbildung bedanke ich mich bei Herr Özgen Gürbüz ,Herr Kemal Caner, Frau Cemile Uncu“

„Biografie teil 2
1988-1997:Die Instrumente die Ich spielen kann und all die Jahre die ich mit ihnen verbracht habe....
1996:Istanbul Yildiz Technische Uni wurde ich angenommen (und es war kein Zufall das es in Istanbul war. Unkapani ist ja auch in Istanbul.
1997:Meine Programm in Radio Tatlises (Ahmet Yayinda).
1988:Akademi Istanbul Gitarren unterricht 1999:Best Fm Best Tv mein Programm (mit Gökhan Özen live)

2000:Mein erster Album (Özelsin)
2001:Mein zweiter Album (Duman Gözlüm)
2002:Mein dritter Album (Civ Civ)
2003:Studium ´´Physologie´´
2003:``Bosver Remix``(sein Lied)
2004:14.02.04 Valentinstag ´´Extra´´Herseyde Biraz Sen Varsin (mein Lieblingslied)
2004:Und mein 4.Album ´´Aslinda´´
Den Rest von meinem leben möchte ich mit Leuten die ich liebe verbringen.
In Liebe GÖKHAN ÖZEN“

Mann unter Feuer
7.10.04
Donnerstag, 7. Oktober 2004, ca 12 Uhr, Unterrichtsstunde im Computerraum mit einer eibe-Klasse. Alter ca. 15 Jahre, Jungen und Mädchen. Für die Stunde ist ein hand-out vorbereitet, das unter dem Titel ??? Ralley steht. Die Schüler sollen in selbstgewählten Zweiergruppen und anhand des hand-out eine Ralley durchs Internet machen. Dazu sollen sie die von ihnen in den vorausgegangenen Stunden zusammengestellte Link-Liste auf der Website Medientauschbörse nutzen.
Ein Student in der Lehrerrolle hat die Stunde vorbereitet. Er beginnt mit Formalia und fragt ab, wer anwesend ist. Die Schüler/innen sind freundlich desinteressiert, machen harmlose, eher zurückhaltende Kommentare. Dann erklärt der Lehrer die Wörter Junkmail und Spam. Dazu benennt er die deutschen Vokabeln zu den englischen und stellt sie auf der Tafel gegenüber: junk = Müll; spam = Sülze. Den Einwurf zur Frage, was Junk heißt, „Junkie“, greift er nicht auf. Die Worterklärung läuft also im Sinne eines auswendig lernenden Vokabeltrainings, das nicht den Sinn eines unbekannten Wortes in einem Situations- und Praxiskontext einzufangen und zu erproben versucht.
Auch ich durchschaue die Unterrichtstunde als Ralley nicht. Ich vermutet, die Schüler wüssten aus der voraus gehenden Stunde, worum es sich bei der Ralley handelt. Ich glaube jedoch, auch sie wussten es nicht und folgten dem Lehrer bzw. dem hand-out, das sie ebenso wenig wie ich verstanden und es auch nicht als Einheit und als Anleitung lasen.  

Ich versuchte dann mit einer Schülerin in ein Gespräch zu kommen, was wirklich gelang. Sie hatte über die Link-Liste die Website Cinema geöffnet. Ich fragte dann, was sie von den jeweils mit Bild angekündigten Filmen kenne. Sie nannte Mann unter Feuer, der auch mich interessiert. Ich sagte, ich hätte eine Vorschau gesehen. Weil das hand-out nach unbekannten Filme fragte, hatte sie sich auch dann als brave Schülerin nicht weiter mit der Website bei Mann unter Feuer beschäftigt.
Von der Leitidee der Alltagsmedienkompetenz ausgehend fragte ich das Mädchen, was sie denn von dem Film hielte. Ich fände Denzel Washington einen tollen Schauspieler. Mit diesem Verweis auf Denzel Washington begann ein kurzes, einfaches Expertengespräch, in dessen Mittelpunkt die weibliche Hauptdarstellerin, ein Mädchen von 11 Jahren (?) stand. Auch vom Plot berichtete sie kurz das Ende: zwei Mädchen werden gerettet.

Um mir den Namen des Mädchens, den Film-Namen wie den Schauspieler-Namen zu sagen, nutzt sie kompetent die Website und liest dazu auch den langen Text. Dieser Text steht erst auf der dritten oder vierten Eben der Website Cinema. Die Schülerin muss sich den Text erst suchend heranholen. Ich lese mit ihr mit. Weil ich nicht den richtigen Leseabstand habe, markiere ich meinen Lesefluss mit meinem Zeigefinger. Wir reden über die Namen. Die Schülerin bewertet sehr positiv die Schauspielerleistung des Mädchens, wobei sie die Namen der Filmfigur wie den der Schauspielerin nutzt.
Wenn die Schülerin laut vorliest, dann spricht sie bei ihr unbekannten Wörtern, hier die Namen der Schauspieler und Filmfiguren, nur die ersten beiden Silben aus, zum Teil nur eine Silbe. Sie liest vermutlich mit den Anfangssilben als Kürzel für eine Vokabel.
Im Kontext des Expertengesprächs und der Alltagssituation: „Wie findest du diesen Film?“, setzt die Schülerin ihre Website-Kompetenz ein, ebenso ihre Kompetenz, sich in einem kontinuierlichen Text suchend zu orientieren und eine spezielle Information (Namen von Filmfigur und von Schauspielerin) aus dem Text zu ziehen und sich zwei Termini (Namen) zu merken und in unser Gespräch angemessen zu integrieren.

Mein Kompetenz in Sachen männlicher Protagonist, nämlich den Namen Denzel Washington zu benennen, öffnet der Schülerin die Möglichkeit, zwar nicht über den Plot, jedoch über das Mädchen, also die weibliche Protagonisten zu reden. Vermutlich dürfte die Mädchen-Figur inhaltlich im Sinne handlungsleitender Themen interessant für sie sein. Ich vermute, es geht zum einen um Schutz und Beschütz werden, um den kämpfenden und beschützenden Helden-Vater. Zum anderen dürfte die Idee für die Schülerin interessant sein, dass ein Mädchen Filmstar ist. Von dieser zweiten Vermutung ausgehend würde ich in der Klasse das Thema „Casting Shows“ wie Big Brother oder Popstars einbringen, denn der Plot dieser Programme hat sein thematisches Schwergewicht beim Alltagsmenschen als Star. Ebenso würde ich für die Schülerinnen die Kommunikation in Richtung Filme mit Helden-Vätern öffnen.

4. Abschluss des Projektes – Expertengruppen informieren
Abschluss des Projektes bildete ein Ralley, bei der die Expertengruppen Fragen zu ihren Wissensgebieten zusammenstellten konnten, die die Schüler der anderen Klasse in Form einer Ralley lösen mussten. Antworten gab es durch

die Experten selber
auf Plakaten
oder auch im Internet
In Eibe 3 ergaben sich folgende Expertengruppen:

Disco, Stars und Musik
Eine Fragen dieser Gruppe bei der Ralley lautete:
Befrage die Gruppe zu Yvonne Catterfeld und lass dir sagen in welcher Serie sie mitgespielt hat!

Film-DVD-Kino
Fragen dieser Gruppe bei der Ralley:
Suche nun die Film-DVD-Kino-Gruppe und frage sie welche Rollen Tom Hanks in dem Film „Polarexpress“ gespielt hat und wie das möglich war!
Finde nun etwas über die Testreihe dieser Gruppe heraus! Notiere dir: Welche Filme konnten bei dieser Testreihe gekauft werden und in welchen Geschäften!

E-Mail-Chat
Lass dir erklären was das Wort „Chat“ bedeutet!

PC-Spiele-Gruppe
So lautete eine Frage dieser Gruppe:
Über welche Medien erfahren die Gruppenmitglieder das neueste über PC-Spiele und Details? Notiere mindestens zwei Medien und lass dir erzählen was man da erfährt!

Hallo Du!

Während des Projektes „Medientauschbörse“ in EIBE 5, haben wir uns mit einer großen Menge von Themen beschäftigt. Jeder aus der Klasse ist inzwischen Experte auf einem Gebiet. Wie fit bist du auf unseren Gebieten? Die folgenden Fragen werden es Dir zeigen. Als Hilfsmittel beim Beantworten kannst du verschiedene Informationsquellen benutzen:
die Collagen, die EKS-Medientauschbörse, das Internet und natürlich die Experten, die sich mit dem entsprechenden Gebiet beschäftigt haben.
Also nimm die Herausforderung an, schnapp Dir Zettel und Stift und zeig in der Rallye was du kannst!

1. Welche Tiere erscheinen auf der Startseite der EKS-Medientauschbörse und wie heißt der dazugehörige Film?
2. Wie viele Pferde gibt es auf dem Reiterhof Ullrich?
3. Was ist ein Wallach?
4. Seit wie vielen Jahren gibt es schon Haie auf der Erde?
5. Wie viele Haiarten gibt es?
6. Wie viele Fortpflanzungsorgane hat der männliche Weiße Hai?

1. Wann ist Tupac gestorben? Nenne uns auch den Wochentag!
2. Wie heißt das neuste Album von Gökhan Özen?
3. Wo und wann wurde Gökhan Özen geboren?
4. Wann und wo wurde Kylie Minogue geboren?
5. Mit welchem Lied landete Kylie Minogue im April 2004 in den Top 20?
6. Mit wem sang Kylie Minogue „Where the wild roses grow“?

1. In welchen Sprachen ist der EMP Chat verfügbar?
2. Welche Regeln muss man beim chatten beachten?
3. Wer oder was ist „Gratisteufel“?

1. Von welchen Spielen kannst Du auf unserer Seite eine Beschreibung finden?
2. Zu welcher Art von Spielen gehört „Anno 1602“?
3. Was ist „Adope Photoshop“?


5. Ziele des Projektes/ Zertifikate
Mit Abschluss des Projektes sollte den Schülern zusätzlich zum Vermerk auf dem Zeugnis eine Bestätigung über ihre erfolgreiche Arbeit bestätigt werden. Dabei sollten Schüler hervorgehoben werden, die mit besonderem Erfolg an diesem Projekt teilgenommen hatten. Diese Schüler zeichneten sich einerseits durch ihre hohe Motivation, aber auch durch die Fähigkeit aus, ein eigenes Projekt über einen Zeitraum von einem halben Jahr zu verfolgen und abschließend auch präsentieren zu können.Zur Urkunde gab es ein ausführliches Transcript of Records.


 

Abonnieren Sie die Feeds der Kasseler Medienpädagogik
Share/Save/Bookmark
Medienpäd Kassel News
Archive
Tag cloud
Diese Seite durchsuchen
 
letzte Aktualisierung:
08. Sept 2010
Webstatistiken zu www.medienpaed-kassel.de seit dem 20.09.2004
 
© 2010 www.medienpaed-kassel.de. All rights reserved.